
Ausstellung „Gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“ in Bamberg
| Beitrag vom 03. Juni 2026
Anlässlich des diesjährigen „Pride Month“ bringt der CSD-Bamberg e. V. im Juni gemeinsam mit Geschichte Für Alle eine besondere Ausstellung nach Bamberg: Unter dem Titel „Gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“ zeigt die Wanderausstellung der Magnus-Hirschfeld-Stiftung, wie queere Menschen während der NS-Zeit verfolgt, ausgegrenzt und in ihrer Existenz bedroht wurden.
Die Geschichte der queeren Menschen im Nationalsozialismus blieb lange weitgehend unbeachtet. Die Schicksale tausender Betroffener sind bis heute teilweise unbekannt und auch im öffentlichen Bewusstsein nehmen die queeren Opfer des NS-Regimes noch immer vergleichsweise wenig Raum ein. Erst 2023 standen beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag erstmals queere Menschen im Vordergrund.
Die historisch-dokumentarische Ausstellung knüpft an dieses wichtige erinnerungspolitische Signal an. Sie macht sichtbar, wie vielfältig die Lebensrealitäten queerer Menschen zwischen 1933 und 1945 waren und wie brutal viele von ihnen verfolgt wurden. Erzählt wird von gesellschaftlicher Ausgrenzung, Denunziationen aus der Bevölkerung, Gefängnis- und KZ-Haft, Flucht und Suizid. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung aber auch Liebe, Freundschaft und die unterschiedlichsten Formen der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität.
Es sind gerade diese ambivalenten und persönlichen Geschichten, die die Ausstellung besonders eindrucksvoll machen. Anhand von Dokumenten, Fotografien, Zitaten und Grafiken werden die Lebensgeschichten queerer Menschen nachgezeichnet – darunter auch bislang unveröffentlichtes Material.
Zur Eröffnung am 6. Juni 2026 laden der CSD Bamberg und Geschichte Für Alle sowie die Museen der Stadt Bamberg alle Interessierten herzlich in die Alte Hofhaltung ein. Bis Ende Juni besteht dort täglich die Möglichkeit, sich im Rahmen der Ausstellung mit diesem oft übersehenen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen – samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr sogar kostenfrei!
Wir freuen uns über alle Besucher*innen!

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